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Wie du dich optimal auf dein Hundeshooting vorbereiten kannst

Du hast dich für ein Fotoshooting mit deinem Hund entschieden oder bist kurz davor eins zu buchen? 

Ich bin mir sicher, dass dir eine ganze Reihe von Fragen im Kopf herumschwirren und du dir überlegst, wie sowas wohl ablaufen wird, und wie du dich vielleicht ein wenig auf diesen speziellen Termin vorbereiten kannst.  

 

Deshalb will ich kurz auf einige Punkte eingehen, die für mich und bestimmt auch andere Fotograf*innen wichtig sind, und dir Tipps geben, die dir bestimmt helfen werden, damit das Shooting auch wirklich ein rundum tolles Erlebnis für euch wird. 

Beschreibe mir deinen Hund

Um die beste Location und und die idealste Zeit zu finden, um von deinem Liebling Fotos zu machen, ist es ganz wichtig, zu wissen, wie er tickt. Nur so kann ich dich optimal beraten. 

 

Also erzähle möglichst viel von deinem Hund; was er mag und was er nicht mag, ob er vor etwas Angst hat oder bei gewissen Dingen (wie Geräuschen) unsicher wird, ob er Probleme mit Artgenossen oder mit fremden Menschen hat. 

Habe hier wirklich keine Scheu auch die schwierigen Seiten deines Lieblings zu schildern, denn nur so können wir dein Shooting perfekt auf deinen Hund abstimmen und planen, damit es cool, entspannt und ein absoluter Erfolg wird. 

 

Ich möchte auch immer gerne wissen, ob dein Hund vielleicht eine spezielle Fähigkeit hat oder einen Trick besonders gut kann. Denn solche Einzigartigkeiten  kann man bei Fotos vielleicht einsetzen und es wäre doch schade, wenn wir diese Gelegenheit verpassen, nur weil du mir davon nichts erzählt hast.  

Corgie zeigt beim Hundeshooting ihren Trick am Baum
Hundeshooting in der Stadt mit einer Silken Hündin, die Tricks gelernt hat.

Wie muss die Fotolocation aussehen?

Eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Planung: Wo werden die Fotos gemacht? 

 

Wenn du Vorlieben hast, schildere sie mir. Hast du bereits eine bestimmte Location im Auge, erzähle von ihr – und fast noch wichtiger – schicke mir Handyfotos, aufgenommen zu verschiedenen Zeiten, damit ich mir ein Bild davon machen kann. 

 

Bei der Wahl der Location ist es auch immer wichtig, das Gemüt deines Hundes zu berücksichtigen.

 

Wenn du von einer sehr populären Stelle Bilder haben möchtest, dann sollte dein Hund entweder total gelassen und unbeeindruckt von Menschen und Hunden bleiben, die sich vermutlich dort  tummeln, oder es sollte die Möglichkeit bestehen, dann an diesem Ort fotografieren zu können, wenn nichts los ist.

Wenn dein Hund Stress hat, sieht man das nämlich auf den Fotos.

 

Wenn du Bilder an einem Gewässer möchtest, wo der Hund nicht ins Wasser soll oder darf, er aber eine ausgesprochene Wasserratte ist, dann wird das auch nicht so gut klappen, du müsstest ihn viel zu oft korrigieren/bremsen und er wäre permanent unter Strom. Dann sollten wir lieber auch Wasserspass Bilder einplanen, damit dein Liebling direkt mit seinem Hobby belohnt werden kann. 

 

Hast du eine Location im Auge, die dein Hund nicht kennt, er aber erfahrungsgemäss an unbekannten Orten immer sehr aufgeregt ist und lange braucht, um wieder ansprechbar zu sein, dann hast du eine gute Möglichkeit, ihm dabei zu helfen.

Du kannst nämlich mit ihm im Vorfeld ein paar Mal dort spazieren gehen, damit es nicht mehr so wahnsinnig spannend ist. Während der Spaziergänge machst du einige kleine Übungen, bei denen er kurz an einer Stelle bleiben oder sich hinsetzen muss. Einfach damit er dort schon einmal "gearbeitet" hat. Das hilft wirklich sehr, um ihn dann am grossen Tag besser bei der Stange halten zu können.   

 

Bei wirklich sehr unsicheren oder aufgedrehten Hunden ist es aber meist die beste Lösung, Fotos dort zu machen, wo sie sich auskennen und sicher fühlen. 

 

Ich höre auch ganz häufig, dass es da, wo meine Kund*innen wohnen, einfach keine schönen Fleckchen hat. Glaube mir, jede*r Fotograf*in findet überall Ecken, die auf Bildern total schön wirken. 

 

Mischlingshündin auf Stein während der blauen Stunde
Akita Hündin im Herbstwald

Du darfst nicht unterschätzen, wie unterschiedlich die Bilder aussehen, wenn sie mit richtig gutem Equipment anstatt mit Handy aufgenommen werden. Wir Fotograf*innen lieben es, Objektive einzusetzen, bei denen die Umgebung verschwimmt, das Model aber knackscharf abgelichtet wird.

Und wir haben auch dieses Auge, genau zu erkennen, welche Stellen sich dafür besonders gut eignen. 

Fotolocation aus Sicht am Handy
Grönlandhund im Gegenlicht

Als Vorbereitung auf euer Shooting ist es auch total super, wenn du mit deinem Hund auf den Spaziergängen ein klein wenig «Wald-Agility» machst. Überall finden sich Baumstrünke oder herumliegende Baumstämme. Lass ihn dort mal mit den Vorderpfoten draufstellen, darüber balancieren oder drüber hüpfen.  Das macht ihm sicher ganz viel Spass und du kannst es beim Shooting dann direkt nutzen. 

Welches Wetter brauchen wir für das Shooting?

Muss für tolle Bilder immer die Sonne scheinen? Definitiv nein!

 

Natürlich sind Sonnenauf- oder untergangsbilder wahnsinnig toll, aber meist hat man nur ein ganz kurzes Zeitfenster, in dem solche Fotos gemacht werden können. 

 

Strahlender Sonnenschein ist für die meisten Fotograf*innen das ungünstigste Wetter überhaupt. Denn dann wirkt das Licht hart und man bekommt extreme Licht/Schatten Effekte, die keinem schmeicheln und alle blenden. Wir mögen viel lieber das weiche, sanfte Licht, bei dem nicht jede Falte sich zu einem tiefen, dunklen Graben entwickelt. Und so ein Licht hat man oft bei bewölktem Himmel – oder eben ganz früh und ganz spät am Tag. 

 

Etwas Regen ist für mich kein Grund, einen Shooting Termin sausen zu lassen, Sturm oder Gewitter allerdings schon. 

Für solche Notfälle, also wenn wir verschieben müssen, mache ich immer auch bereits bei der Terminvereinbarung einen Ausweichtermin fest. 

Sogar wenn es regnet, entstehen wunderbare Bilder.

Blaue Doggen im Regen
Jagdhund auf Steg am See mit dunklen Wolken, kurz vor einem Gewitter

Letzte Vorbereitungen vor dem Termin

Es ist nun alles geklärt, du weisst, wo und wann dein Shooting stattfinden wird, und du willst nun deinen Hund perfekt darauf vorbereiten, damit alles klappt und er auf den Bildern auch genau so toll aussieht, wie du es dir wünschst. 

 

Wie sieht also die ideale letzte Vorbereitung direkt vor dem Termin aus? 

 

Dein Hund sollte ausgeruht, sauber und gekämmt sein. Direkt vor dem Shooting machst du mit ihm am besten nur einen kurzen! Spaziergang, damit er sich versäubern kann. 

Während des Shootings wird er nämlich seine gesamte Konzentration und Ausdauer brauchen, denn da muss er ja quasi arbeiten. 

 

Hast du geplant, mit ihm zusammen auch ein paar Fotos machen zu lassen, dann achte auf deine Kleidung. Sie sollte farblich auf deinen Hund abgestimmt oder eher neutral sein. Knallige Farben oder bunte Muster ziehen den Blick zu sehr auf sich und würden auf den Fotos irritieren. 

Wenn beide in die gleiche Richtung schauen. Hundeshooting mit Mensch
Kuschelbild Mensch Hund

Für den Termin packen

Deine Tasche ist im Idealfall gefüllt mit: 

  • Trinkwasser für dich und deinen Hund (sehr wichtig, wenn es warm ist).
  • Eine Liegedecke, falls dein Hund alt ist oder schnell friert und öfter Pausen braucht.
  • Wenn dein Hund gesichert werden muss (er jagt oder es ist vor Ort Leinenpflicht): Ein dezentes Halsband oder eine Kette, die im Fell verschwindet. Bei Kurzhaar darf es gerne auch ein sauberes, dekoratives Halsband sein. Eine dünne, unauffällige Schleppleine (ich habe auf jeden Fall immer eine mit dabei), an der du ihn sichern kannst. Ich zeige dir, wie du sie positionierst, damit sie im Bild nicht stört.
  • Attraktive Leckerlies und Spielzeug für die Belohnung und um seinen Blick zu lenken.

Zum Schluss

Du bist direkt vor dem Termin sicher ein wenig aufgeregt und nervös und fragst dich: 

Wie wird sich mein Hund benehmen? Wird er überhaupt mitmachen? Wird das alles so klappen? 

 

Dein Hund wird deine Aufregung spüren (das weisst du eigentlich, aber rufe es dir ins Gedächtnis!) und darum am Anfang bestimmt auch nicht so «funktionieren» wie du es dir gewohnt bist. Das ist ok! 

Ihr dürft euch die Zeit nehmen, um anzukommen. Es soll auch keine Prüfung werden, bei der Dinge abgerufen werden, um sie nur schnellstmöglich abzuhaken. Alle sollen Spass am Shooting haben. 

Natürlich soll der Hund ein paar Kommandos ausführen, aber diese soll er mit Freude machen und dafür auch belohnt werden. 

 

Manche Hunde haben eine ganz kurze Aufmerksamkeitsspanne und brauchen viele Pausen, in denen sie schnüffeln dürfen. Andere Hunde sind am Anfang des Shootings voll dabei, verlieren dann aber irgendwann die Motivation und Konzentration und sind für nichts mehr zu begeistern. Und wieder andere brauchen am Anfang einfach sehr lange, bis sie in den Arbeitsmodus kommen, kehren dann am Ende schon fast das Profimodel raus.

Jeder Hund ist einfach ganz individuell und braucht genau seine Art des Ablaufs, damit dabei tolle Fotos entstehen können.

 

Also packe in deine Tasche am besten auch noch eine grosse Portion Geduld und Gelassenheit. 

 

Bei meinen Shootings wird der Hund immer belohnt, auch wenn er etwas nicht richtig gemacht oder erst beim 10. Mal ausgeführt hat. Das ist mir sehr wichtig! 

 

Ein Shooting ist eine komplett andere Situation als z.B. in der Hundeschule oder wenn du alleine mit ihm Gehorsam übst. 

Bei mir wird der Fokus für einmal nicht auf die korrekte Ausführung gelegt, sondern darauf, dass der Hund motiviert bleibt, das Shooting toll findet und mitmacht. Und jedes Engagement von deinem Hund wird belohnt!

 

Falls du dich beim Shooting und dem Handling mit deinem Hund sicherer fühlst, wenn du eine Hilfsperson dabei hast, dann nimm sie mit! Alles was du zu deiner Entspannung oder der deines Hundes brauchst, ist herzlich Willkommen. 

 

Also freu dich einfach - es wird bestimmt ein Abenteuer, aber eins mit ganz viel Spass!