· 

Die DSGVO und ihre Folgen, Teil 2

Nutzungsrechte

 

Bei diesem etwas schwierigen Thema sind wir das letzte Mal stehengeblieben.

 

Wie ich bereits im ersten Teil geschrieben habe, wird in meinem Vertrag - respektive im Anhang - nun aufgeführt, was ich mit den entstandenen Fotos (eventuell) machen werde, also wofür ich sie nutze.

 

Dies sind dann im Detail aufgeführt folgende Punkte:

 

- die Speicherung/Digitalisierung der Bilder

 

- die Veröffentlichung der Bilder auf meiner Website

 

- die Veröffentlichung der Bilder in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram etc.

 

- die Veröffentlichung der Bilder in Printmedien (z.b Hundezeitschriften, Bulletins von Zuchtvereinen)

 

- die Vervielfältigung z. B. als Print für mein Portfolio Buch oder auf einem Flyer

 

 

Ersteres ist zwingend notwendig, wie ich bereits im Teil 1 erklärt habe.

 

Alles andere darf ich grundsätzlich sowieso ohne Einwilligung machen, denn eben, Hunde haben kein Persönlichkeitsrecht. Ich handhabe es mit allen Bildern aber nun, als wenn auch Personen darauf zu sehen wären. Wieso ich das tue, habe ich ebenfalls bereits im ersten Teil erklärt.

 

Nun gut, jetzt möchte also ein Kunde hier nicht einwilligen und ich darf in der Folge die entstandenen Bilder weder zeigen noch benutzen. (Wir reden immer nur von Bildern, auf denen alleine Tiere zu sehen sind)

Was nun?

Damit nimmt mir der Kunde die Möglichkeit, meine Arbeiten zu zeigen und für mich Werbung zu machen.

 

Es sollte jedem klar sein, dass ein Fotograf, der seine Bilder nicht zeigen darf, auch nicht gesehen wird. Wer schaut sich noch die Galerien an, wenn da nichts Neues kommt? Wer verfolgt noch Social Media Seiten, wenn nichts gepostet wird?

 

Genau! Keiner.

 

Jeder Fotograf verändert sich mit der Zeit. Die Art der Bearbeitung oder überhaupt der Fotografie sind einem stetigen Wandel unterworfen. Ein aktuelles Portfolio ist für jeden Fotografen ein Muss und sein Aushängeschild schlechthin.

 

Als Kunde schaut man sich die Bilder doch an, um sich darüber im Klaren zu werden, gefällt mir der Stil, mag ich diese Art der Fotografie  oder nicht.

 

Wenn ich nur noch alte Bilder in meinem Portfolio habe, dann kommt ein neuer Kunde am Ende unter ganz falschen Voraussetzungen zu mir und ist am Ende womöglich enttäuscht über die Ergebnisse, weil er sie sich ganz anders vorgestellt hat.

 

Andere hingegen werden meine Seite immer seltener besuchen, weil sich ja nichts tut.

Aufgrund dieser Überlegungen habe ich mich dazu durchgerungen, Shootings ohne Erteilung des Nutzungsrechtes nur noch mit Aufpreis zu machen.

 

Schliesslich gehen mir so Kunden verloren und diesen Verlust muss ich kompensieren.

Damit solche grundsätzlichen Sachen bereits im Vorfeld geklärt werden können, habe ich auch damit begonnen, dem Kunden den jeweiligen Vertrag vor dem Termin per Mail zu verschicken. Einerseits kann er so alles in Ruhe zu Hause durchlesen und falls Fragen entstehen, nochmals nachhaken. Andererseits verliert man am Shootingtag nicht zuviel Zeit mit diesem administrativen Pflichtteil.

Möchte der Kunde nun also ein Shooting bei mir buchen, mir die Nutzungsrechte aber verweigern, dann wird dieser Aufpreis fällig.

 

Gut, wenn sowas im Vorfeld geklärt wird und nicht erst am Shootingtag, oder? Denn im schlechtesten Fall gehen beide unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

Eine andere Problematik bei den Nutzungsrechten möchte ich hier ebenfalls einmal ansprechen.

 

Nämlich die Rechte des Kunden.

Sehr oft geht der Kunde nämlich davon aus, dass er mit den Fotos machen darf, was immer er will. Schliesslich ist ja sein Hund darauf zu sehen.

Ich weise zwar immer auf meine AGB's hin und bei Vertragsunterzeichnung muss der Kunde auch bestätigen, diese gelesen und verstanden zu haben, aber ich vermute, dass kaum einer sich diese Mühe macht. Und dabei wäre es so wichtig!

Wie ich bereits in Teil 1 ausgeführt habe, unterliegen Fotografien dem Urheberrecht. Der Kunde erwirbt nur das private Nutzungsrecht. Er darf die Bilder also drucken lassen, um sie sich an die Wand zu hängen oder in ein Album zu kleben. Er darf sich ein Mauspad, eine Tasse oder eine Handyhülle bedrucken lassen, das alles ist kein Problem.

 

Sobald er aber mit dem Bild in die Öffentlichkeit geht, es zum Beispiel für einen Wettbewerb einsendet oder einer Zeitschrift zur Verfügung stellt, verletzt er meine Rechte. Dies unabhängig davon, ob er mir die oben aufgeführten Nutzungsrechte erteilt oder nicht.

In solchen Fällen habe ich meist ein Auge zugedrückt, da mir bewusst ist, dass hier wirklich grosses Unwissen herrscht.

Ich habe aber auch einige Kunden, denen dies absolut bewusst ist und die mich vorgängig angefragt haben, wenn sie die Fotos weitergeben wollten.

Es geht hier nicht darum, dass mir persönlich etwas Lukratives entgehen könnte. Es geht darum, dass man zum Beispiel mit dem Akzeptieren der Teilnahmebedingungen (die eh keiner liest) von Wettbewerben meistens auch das Urheberrecht abgibt. Dass dies gar nicht in den Händen der Einsender liegt, ist im Grunde irrelevant, denn oft hat der Fotograf gar keine Möglichkeit zu intervenieren, weil er vom Missbrauch gar nichts mitbekommt. 

 

Und dann kann die Firma, welcher man das Urheberrecht übertragen hat,  das Foto für alles Mögliche benutzen oder gar weiterverkaufen.

Ein kleines persönliches Fazit aus diesem Dilemma:

Dem Kunden, der komplett frei über die Fotos seines Hundes verfügen möchte, gebe ich nun zusätzlich die Möglichkeit, mir das Urheberrecht pro Bild abzukaufen.

Ihr seht, die neuen Verordnungen bringen viele Veränderungen und viel Papierkram. Ich befürchte aber fast, dass es nicht die letzten sein werden. Denn Datenschutz und Urheberrecht wird in den Parlamenten heiss diskutiert.