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Die DSGVO und ihre Folgen, Teil 1

Die neue Datenschutzgrundverordnung der EU, welche am 25. Mai in Kraft getreten ist, hat die letzten Tage und Wochen bei den Fotografen für heisse Köpfe geführt.

 

 

Was muss man machen, was darf man noch machen, wo muss man nun aufpassen – all dies waren Fragen, die geklärt werden mussten.

 

Vieles ist meiner Meinung nach noch in der Schwebe, da bestimmte Vorgaben aus dieser Verordnung sich mit anderen Verordnungen beissen oder de facto ganz schwierig umzusetzen sind. Es wird nun also auf Gerichtsurteile gewartet, welche die Leitplanken dann hoffentlich etwas klarer zeichnen.

 

Diese Datenschutzgrundverordnung oder eben kurz DSGVO regelt einfach gesagt, wie man mit personenbezogenen Daten umzugehen hat. Der Kunde hat nun das Recht, jederzeit Auskunft über die Verwendung seiner Daten zu erhalten und zu verlangen, dass diese Daten gelöscht werden.  Digitale Bilder gehören zu den personenbezogenen Daten.

So.

 

 

Jetzt sind wir aber in der Schweiz und ich fotografiere hauptsächlich Tiere. Also was interessiert mich die DSGVO?

 

Ganz so einfach ist es leider nicht. Ich werde ja von den Besitzern kontaktiert und speichere daher auch personenbezogene Daten, ich nutze zum Beispiel Dienstleister aus dem EU Raum, ich wohne an der Grenze und habe auch mal einen Kunden, der EU Bürger ist, und die Schweiz arbeitet ausserdem aktuell an einem Pendant zur DSGVO.

 

 

Das sind für mich alles Gründe, die Vorgaben der DSGVO zu berücksichtigen und die Auflagen zu erfüllen. Da bin ich halt durch und durch überkorrekter Schweizer.

 

Was bedeutet das jetzt aber konkret für den Kunden?

 

 

In allererster Linie ein längerer Vertrag, den er sich durchlesen muss und der ihn vermutlich zuerst einmal erschlagen wird.

Ich habe meinen Fotografenvertrag nämlich überarbeitet und durch eine Datenschutz- und Nutzungserklärung ergänzt.

 

 

In dieser Ergänzung wird einmal aufgelistet, wofür ich die Fotos verwenden darf und welche Rechte der Kunde hat.

 

Da ich das Urheberrecht innehabe, weil ich die Fotos mache, bin ich bei Tierbildern grundsätzlich frei darin, was ich mit den Aufnahmen anstelle. Dies war schon immer so und dies bleibt auch so, denn Tiere haben kein Persönlichkeitsrecht.

 

 

Ich mache aber auch oft Aufnahmen vom Tier und seinem Halter und diese landen bei mir im selben Ordner wie die reinen Tierbilder.

 

Möchte nun der Kunde alle seine Daten gelöscht habe, müsste ich also jeden Ordner durchgehen. Ganz ehrlich, diese Arbeit will ich mir nicht aufhalsen. Ich lösche dann einfach den gesamten Kundenordner sowie alle sonstigen personenbezogenen Daten (bis auf die Rechnung, denn die muss ich von Gesetzes wegen 10 Jahre aufbewahren) und gut ist. Darum handhabe ich das für alle Fotos genau gleich und mache keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.

 

 

Bei Aufnahmen, auf denen der Kunde zu sehen ist, habe ich ohnehin schon immer nachgefragt, ob ich diese veröffentlichen darf und ohne Zustimmung habe ich nie eins online gestellt. Das war vor der DSGVO geregelt und wird auch in Zukunft so bleiben. Wer also die Nutzungsrechte so unterzeichnet, der gibt mir keinen Freischein, jedes Bild zu veröffentlichen.

Darüber hinaus muss der Kunde neu auch einwilligen, dass ich seine Daten überhaupt nutzen darf und auch an Dritte weitergebe.

 

 

Wie? An Dritte weitergeben, meine Daten?

 

 

Ja, denn ich muss die Bilder ja auch hochladen. Zuerst einmal in eine Auswahlgalerie, die ich online bereitstelle. Und eventuell möchte der Kunde über mich ein Wandbild beziehen, dann muss ich das Bild und die Lieferadresse auch der Druckerei übermitteln usw.

 

 

Dies alles darf ich jetzt nur noch mit Einwilligung des Kunden und die muss schriftlich vorliegen.

 

Damit ich nicht allem hinterherrennen muss, wird dies alles eben in dieser Datenschutz- und Nutzungserklärung gleich geregelt.

 

Was nun aber, wenn der Kunde mir die Nutzungsrechte oder die Datenschutzerklärung nicht unterzeichnet?

 

Bei Letzterem ist es ganz einfach: Dann kann ich meine Arbeit nicht machen und das Shooting findet nicht statt.

 

Bei den Nutzungsrechten sieht das etwas anders aus.

 

Aber dazu im zweiten Teil.