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Am Klöntalersee

Mitte November letzten Jahres habe ich mit meinen Hunden einen kleinen Ausflug an den Klöntalersee gemacht. Ich wollte ihnen einerseits etwas Abwechslung bieten, andererseits die Gelegenheit nutzen, schöne Winterfotos zu machen. 

Wir waren ja letztes Frühjahr schon einmal oben, aber damals hatte es leider keinen Schnee mehr.

 

Frühmorgens, noch im Dunkeln, sind wir losgefahren, weil ich gerne zur blauen Stunde oder wenigstens zum Sonnenaufgang dort sein wollte. 

 

Bei uns im Unterland hing seit Tagen ein dicker Nebeldeckel über unseren Köpfen, daher hoffte ich aufgrund der Wetterprognose weiter oben auf klaren Himmel. Da das Tal im Schatten liegt, war aber klar, dass wir bestimmt keine direkte Sonne haben werden. 

 

Aber wie das fast immer so ist, das Wetter wollte nicht wie ich. Seht selber: 

Über dem ganzen Tal hing eine dicke Nebeldecke und hat kaum Licht durchgelassen.

 

Irgendwie fand ich diese Stimmung trotzdem unglaublich toll, und den Hunden ist sowas ja ohnehin völlig egal. Hauptsache neue Umgebung, spannende Gerüche und Schnee! 

 

Zuerst aber musste ich über den zwar kurzen, aber schmalen und vereisten Damm fahren, was für meine Höhenangst eine echte Herausforderung war. Denn weder links noch rechts gibt es dort eine Begrenzung, man kann direkt runter gucken. Es geht nicht weit runter, aber das spielt bei solch einer Phobie auch gar keine Rolle. 

 

Nachdem wir dann sicher auf dem Parkplatz gelandet waren, sind wir los. Ich bin jeweils mit jedem Hund einzeln und zwischendrin auch mit zweien losgezogen, habe sie springen lassen und ab und zu Fotos gemacht. 

Auf einmal änderte sich das Licht. In Richtung, wo wir herkamen, drückte die Sonne auf einmal recht stark durch und hat dort den Nebel in unfassbar schöne Farben getaucht. 

Als ich vor einigen Jahren bei Nicole Knor an einem Workshop war, habe ich gelernt, immer mal wieder zurückzuschauen, um solche Gelegenheiten nicht zu verpassen. Damals waren wir fast am Ende des Workshops gegen Abend an einem Flusslauf mit Fischtreppen und haben mit der Sonne im Rücken fotografiert. Auf einmal sagte Nicole, wir sollen uns mal umdrehen. Die tiefstehende Sonne hatte bei den Fischtreppen das Wasser in flüssiges Gold verwandelt, es sah wunderschön aus. Hätten wir immer weiterfotografiert, wäre uns dieses Schauspiel im Rücken komplett entgangen. 

 

Also denkt daran, euch ab und zu auch umzudrehen und zu schauen, wie das Licht hinter euch ist. Es lohnt sich!

Je länger wir dort waren, desto mehr hatte sich das Licht gewandelt und sich von pink zu orange gefärbt. 

Aber auch die blaue, neblig düstere Stimmung vom Licht weg war reizvoll und dank des Schnees hatte ich auch immer genügend Licht, um zu fotografieren. 

 

 

Weil meine Hunde sich unterschiedlich gut fotografieren lassen, was nicht nur dem Gehorsam, sondern auch dem Alter und der körperlichen Verfassung geschuldet ist, hatte ich mehrere Objektive dabei. Und da wir immer wieder zurück zum Auto gingen, musste ich nicht mal den Rucksack mitschleppen.

 

Mein Equipment an diesem Tag setzte sich wie folgt zusammen: 

 

Nikon D750

Nikkor 70-200, 2.8

SigmaArt 135, 1.8

SigmaArt 35, 1.4

 

 

Durch die unterschiedlichen Brennweiten entstehen natürlich auch unterschiedliche Perspektiven, die an so einem Ort auch sehr spannend sein können. 

 

 Nachdem wir dort ein paar Stunden in Schnee und Dreck herumgehüpft sind und die Hunde genug vom Erkunden hatten, sind wir dann wieder nach Hause gefahren, wo mittlerweile tatsächlich die Sonne schien.  

 

Ich war deswegen aber überhaupt nicht traurig, denn vermutlich wären niemals so stimmungsvolle Bilder entstanden, hätten wir dort oben auch Sonnenschein gehabt. 

 

Es war ein so spezieller Ausflug, dass ich mich unglaublich gerne daran erinnere und mir die Bilder immer wieder anschaue.